Gummiwalzen mit Hightech-Innenleben

Die ersten Automobile fuhren noch auf Holzrädern durch die Landschaft – eine ausgesprochen holprige Erfahrung. Auch die Verwendung von Vollgummi brachte kaum Verbesserungen beim Fahrkomfort. Erst der luftgefüllte Reifen aus vulkanisiertem Kautschuk machte das Fahrerlebnis erträglich. Väter der heutigen Pneus waren André und Edouard Michelin aus Frankreich, die 1895 damit eine unverzichtbare Komponente des modernen Straßengüterverkehrs erfanden.​

Aufwändiges Innenleben

Die schwarze Farbe der Reifen kommt vom Ruß, der dem Kautschuk zur Verbesserung von Elastizität und Reibung beigegeben wird. Außen sichtbar ist ohnehin nur die Lauffläche, das Innere ist vielschichtig aufgebaut und hängt stark vom Verwendungszweck des Reifens ab. Die Abbildung zeigt einen typischen Radialreifen, der heute die gängigste Bauform darstellt.​

Riesig

Die größten Reifen der Welt kommen im Tagebau zum Einsatz. Kipper wie der BelAZ 75710 verwenden Pneus mit mehr als vier Metern Gesamtdurchmesser und rund fünf Tonnen Gewicht. Dafür haben sie auch entsprechend viel Tragkraft: 105 Tonnen pro Reifen.​

Zahlreich

Der nach Anzahl der jährlich produzierten Reifen größte Reifenhersteller der Welt ist ….

… Lego. Der Spielzeughersteller verkauft jedes Jahr mehr als 300 Millionen kleine Spielzeugreifen.

Heiß

Formel-1-Reifen auf Betriebstemperatur sollten nur mit feuerfesten Handschuhen getragen werden: Die optimale Betriebstemperatur liegt bei 80-100 Grad Celsius. Lange halten die Pneus das nicht durch, nach 200 Kilometern sehen sie so aus:

Rastlos

Räder während der Fahrt wechseln? Ja, das geht, wie die Italiener Manuel Zoldan and Gianluca Folco hier eindrucksvoll beweisen. Und das auch noch schnell: Eine Minute und 17 Sekunden benötigten sie für den Austausch eines Vorderrads – Weltrekord!

Langlebig

Pkw-Reifen halten meist 30-50.000 Kilometer, Lkw-Reifen schaffen ein vielfaches davon: Laufleistungen von 200.000 Kilometern sind bei hochwertigen Modellen durchaus drin.

Pfeilschnell

Mit den schnellsten Reifen fahren nicht die Formel 1-Piloten, sondern Supersportwagen wie Bugatti Veyron oder Koenigsegg Regera. Die Spezialreifen mit Geschwindigkeitsindex ZR (Y) halten über 400 km/h aus. Nachteil: Ein kompletter Satz kostet rund 40.000 Euro.